Kapitel 19: Fleisch giert nach Fleisch – Sünde nach Sünde
Ich.Glaube.Das.
Kapitel 18: Gott hat Humor
Ich.Glaube.Das.
Kapitel 17: Noch tiefer glauben – geht das?
Ich.Glaube.Das.
Kapitel 16: Warum konnte der Superheiler Jesus sich nicht selbst helfen als er am Kreuz hing?
Ich.Glaube.Das.
Kapitel 15: Gott spricht mit uns – aber hören wir hin?
Ich.Glaube.Das.
Kapitel 14: Ich bin eine Kriegerin – aber will ich gewinnen?
Ich.Glaube.Das.
Die meisten Menschen halten es für verrückt, zu glauben, dass ein unsichtbarer Gott, Einfluss hat.
Wie geht es dir?
Gibt es Segen in deinem Leben und entsteht daraus etwas Fruchtbares? Schreib es auf.
Gibt es eine Wahrheit, die dir eben bewusst wurde? Bist du bereit, sie aufzuschreiben?
Ich.Glaube.Das.
Glauben macht dich unendlich viel erfolgreicher als Unglauben.
Erlebe mit, wie das Buch entsteht. Schau mir über die Schulter. Erlebe, wie dein Glauben stark wird und dein Leben erfolgreich.
Werde Teil des Buches. Ich freue mich über deine Kommentare und dein Feedback.
Ich.Glaube.Das
Eine Heldenreise in den Reichtum und ins Glück.
“Das Unmögliche ist möglich. Es ist sogar viel eher möglich als das, was wir für möglich halten.” Ulrike Dietmann
Die ganze Stadt glaubte, wir würden Sexorgien feiern. Mir gefiel, dass die Leute mich für verrucht hielten. Ich war eine brave Musterschülerin, immer süß und nett, der Liebling meiner Lehrer und auch aller anderen Menschen. Und jetzt glaubten die Leute, dass ich und meine Kumpels nackt und hemmungslos übereinander herfielen, stöhnten und keuchten bis der Orgasmus oder die Polizei kam. Ich war 15.
„Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist…“
Galater 5,17
Ja, dachte ich mit 15: Das Fleisch begehrt gegen den Geist – und das ist geil. Wenn ich dafür in die Hölle komme und in alle Ewigkeit am Spieß brate, ist mir das egal. Ich lebe jetzt. Und außerdem: Wer hat sich das mit der Hölle ausgedacht?
Ich hatte einen Freund und sonntags trafen wir uns mit anderen Pärchen aus unserer Clique in einem Raum, der so dunkel war, dass man die eigene Hand vor Augen kaum erkannte. Es lief Schmusemusik, wir befummelten uns auf dem Sofa – keine nackten Hintern. Wir waren in voller Montur. Selbst die Reißverschlüsse blieben zu. Keine hemmungslose Gier. Nur endloses Schmusen. Wir wollten Körper fühlen. War das Sünde?
Diejenigen, die uns nachsagten, dass wir Sexorgien feierten, waren einfach Leute, die auch gern einen Freund oder Freundin gehabt hätten, um sie ein bisschen anzufassen.
„Denn die da fleischlich sind, trachten nach dem, was des Fleisches ist…“
Römer 8,5
Fleisch will Fleisch. Wir wollten keinen Bibelkreis, in dem uns gepredigt wurde, dass Fleisch Sünde ist. Wir saßen schon den ganzen Tag auf Stühlen und starrten einen Lehrer an, der uns Dinge in unser Hirn filterte, nach dem unser Fleisch nicht gefragt hatte. Unsere echten Fragen wurden von Dr. Sommer in der Bravo beantwortet oder am Sonntag auf dem Sofa.
November 2025, Ocho Rios. Darf ich Sex haben mit jemandem, mit dem ich nicht verheiratet bin? Ich war nicht mehr 15 aber die Frage, ob Sex Sünde ist, war wieder im Raum.
Was war passiert? Und warum verfolgte mich das Thema immer noch? Ich hatte mein Leben in einer dunklen Nacht der Seele Gott übergeben und war IHM treu.
Was war passiert?
Ich liebe meine Gemeinde in Jamaika. Seit zehn Jahren gehe ich dorthin zusammen mit meiner Freundin Joy. In der Kirche gibt es “Mitglieder” und es gibt “Besucher”. Ich war “Besucherin”. Um Mitglied zu sein, musste man sich taufen lassen. Ich wollte kein Mitglied werden. Ich lege mich nicht gern fest, weil ich mich dann gleich zu verantwortlich fühle.
Nach neun Jahren, in denen ich in der Kirche als Besucherin begrüßt wurde, dachte ich, dass es an der Zeit war. Nicht nur das. Ich wollte wirklich Mitglied werden von dieser Kirche. Weil ich die Menschen dort liebte. Und weil ich dort Gott fand.
Zuerst erzählte ich es Joy, die sich riesig freute. Ich muss dazu sagen, dass sie mich in keinem Augenblick dazu gedrängt hat, mich taufen zu lassen, obwohl die Kirche ihr Leben war. Auch kein anderes Kirchenmitglied hat mich je gedrängt. In dieser Gemeinde gibt es kein Druck machen, um Mitgliederzahlen zu erhöhen. Das ist ein Grund, warum ich sie liebe.
Ich erzählte es dem Pfarrer, der sich auch freute und den Kalender zückte. Als Nächstes wurde ich zu Hause besucht von Pastor Amiel Sommerbell. Ich liebe seinen Namen Sommer und Bell. Bell heißt Glocke. Sommerbell – Sommerglocke. Und genau das beschreibt ihn. Er kam zu mir nach Hause und wollte wissen, welches neue Schaf in seine Herde wollte.
Zur Taufe gehörte ein Programmpunkt, wo man vor der Gemeinde steht und der Pfarrer einem Fragen stellt, die man mit Hand heben beantwortet. Hand heben bedeutet dann Ja. Man kann es sich so vorstellen, wie bei der Hochzeit, wo man gefragt wird, ob man “bis dass der Tod euch scheidet” mit dem anderen zusammen sein will. Commitment: Ja oder Nein?
Für die Taufe in der Sieben-Tages-Adventisten Kirche ist die Frageliste etwas länger. Ich konnte alle diese Fragen, die Pastor Sommerglocke aufzählte, guten Gewissens beantworten bis auf eine:
“Bist du bereit, in der Ehe treu zu sein: keine Seitensprünge – keinen Sex, ohne verheiratet zu sein?”
“Stopp”, sagte ich. “Sex ohne verheiratet zu sein, das kann ich nicht schwören”, erklärte ich Pastor Sommerbell in aller Ehrlichkeit. Er wurde blass. Seine Hautfarbe blieb zwar dunkelbraun bis schwarz, aber seine Gesichtszüge fielen in sich zusammen. Es war offensichtlich, dass dies ein unlösbares Problem darstellte.
Ich hob an zu verschiedenen Erklärungen, dass ich Europäerin war, dass in meiner Kultur jede Menge Menschen Sex hatten ohne verheiratet zu sein. Dass man doch nicht heiraten konnte, ohne zu wissen, ob der Sex auch passte. Der Mann in Pastor Sommerbell, der übrigens verheiratet war, verstand mich, aber der Pastor hatte ein Amt. Er konnte mich nicht aufnehmen in die Gemeinde, wenn ich nicht in allen Punkten vor der Gemeinde die Hand hob. Und er konnte mir auch nicht vorschlagen, zu lügen.
Ich verstand sein Dilemma. Er brachte eine Liste von Argumenten an, von denen ich mich nur an eines erinnere. “Du könntest es doch für Gott tun.” Er meinte, auf Sex vor der Ehe verzichten. Er wusste, dass ich für Gott alles tun würde. In diesem Augenblick wurde jedoch klar, dass es nicht alles war, sondern fast alles. Nein, ich würde nicht von einem Augenblick auf den anderen aufhören, Sex zu haben, und ich würde auch nicht von einem Augenblick auf den anderen heiraten.
Die Diskussion ging noch eine ganze Weile – bis alles gesagt war. Ohne Lösung.
Ich sagte: “Pastor Sommerbell, ich liebe diese Kirche. Ich möchte von Herzen gern Mitglied werden. Aber ich möchte auch nicht lügen, und ich möchte nicht, dass du etwas gegen dein Gewissen entscheidest. Dann bin ich eben weiter Besucherin.
Pastor Sommerglocke seufzte. Stille breitete sich aus. Die Pietät verbot mir, auszusprechen, was ich insgeheim dachte. Was ich dachte war: Gibt es in Jamaika nicht jede Menge Sex? Mit und ohne Ehe?
Hatte in Jamaika nicht jeder Mann durchschnittlich 2,5 Frauen, wie meine Freundin Mitzie mir neulich erklärte, und nur eine davon war eine Ehefrau? Jamaika ist ein mit Sinnlichkeit aufgeladener Spielplatz Gottes. Es ist immer warm, die Menschen tragen ihre Körperbedeckungen wie eine zweite Haut. Es sind wunderschöne Menschen, Meisterwerke der göttlichen Schöpfungskraft, und die Männer können wahnsinnig gut flirten. Wie konnte eine einheimische Kirche so unrealistische Anforderungen an ihre Mitglieder stellen? Das lud ja geradezu zum Lügen ein.
Pastor Sommerbell erhob die Stimme. Als hätte er meine Gedanken gelesen. Er sagte: “Weißt du, ich führe viele solche Gespräche, und die meiste Zeit lügen die Menschen mich einfach an. Du warst ehrlich und deswegen möchte ich, dass du Mitglied in dieser Kirche wirst.” Wir umarmten uns.
Ich war glücklich. Beim Schwur vor der Gemeinde hob ich die Hand in allen Punkten. Ich tat es für ihn, für mich und ich tat es für Gott. Ich habe trotzdem weiterhin Sex ohne Heirat.
Ich wurde getauft. Es war wundervoll und heilig. Ein halbes Jahr später starb meine liebe, allerliebste Freundin Joy, im Alter von 87 Jahren. Ich bin so dankbar, dass sie meine Taufe noch mit erlebt hat. Ohne sie und ihren tiefen Glauben wäre ich niemals Mitglied in einer Kirchengemeinde geworden. Nach ihrem Tod besuche ich die Kirche weiterhin. Neulich sagte jemand zu mir: “Was für ein Juwel uns Sister Joy da hinterlassen hat.” In dieser Kirche werde ich ungelogen wahrhaftig geliebt.
Was ist das mit dem Sex und dem Glauben?
Viele Menschen wenden sich vom Glauben ab, weil ihnen der Eindruck vermittelt wurde, dass Glauben lustfeindlich ist, körperfeindlich und überholt. Ich habe das recherchiert. Dabei habe ich, wie so oft, entdeckt, dass die meisten Menschen die Bibel nicht lesen, sondern sich das anhören, was ein Interpret, nämlich der Pfarrer, die Pfarrerin oder der Papst dazu sagt.
Was sagt die Bibel dazu?
In der Bibel steht nirgendwo, dass wir keinen Sex haben sollen, oder dass Sex etwas Schlechtes ist, oder dass unser Körper ein Problem ist.
„Euer Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes…“
— 1. Korinther 6,19
Was ganz klar drin steht, ist, dass Sex vor der Ehe, Seitensprung und Sex ohne Trauschein nicht empfohlen werden.
„Die Ehe soll von allen in Ehren gehalten werden… denn Unzüchtige und Ehebrecher wird Gott richten.“
— Hebräer 13,4
„Flieht die Unzucht!“
— 1. Korinther 6,18
„Um Unzucht zu vermeiden, soll jeder seine eigene Frau haben und jede ihren eigenen Mann.“
— 1. Korinther 7,2
Sex in der Ehe darf hemmungslos, grenzenlos stattfinden im Tempel des Körpers.
Ich habe mich gefragt, was genau mit Ehe gemeint ist. Wie sehen es zum Beispiel die Rastafari in Jamaika, die tief gläubige Christen sind, aber nicht in die Kirche gehen und keine verwässerten Predigten hören. Das Leben im Einklang mit der Natur ist ihr höchster Wert. Die Natur ist für sie heilig. Gottes Schöpfung. Für sie ist die Ehe eine spirituelle Verbindung mit Gott. Eine staatliche Hochzeit ist für sie nicht so wichtig.
Ich erzählte meinem Freund, Brother Obi, von meinem Gespräch mit Pastor Sommerbell. Brother Obi hat, zusammen mit seiner Frau, Wakima, ein kleines vegetarisches Restaurant im Zentrum von Ocho Rios. Brother Obi ist einer der schönsten und anmutigsten Menschen, die ich kenne. Sein Gesicht ist kein Gesicht, sondern ein Antlitz. Aus ihm strahlt die pure Sanftmut.
Brother Obi und Wakima sind Rastafaris. Rastafaris wurden unter anderem durch Bob Marley, der auch ein Rasta war, weltbekannt durch ihren langen, verfilzten Haare. Brother Obi erzählte mir oft von der heiligen Beziehung zwischen Mann und Frau. Und dass der Sinn des Lebens darin bestand, Gott immer näher zu kommen. Er erzählte mir, dass er früher auch Mitglied in der Sieben-Tages-Adventisten-Kirche war, aber dass er ausgetreten sei. Ich verstand, dass es für ihn noch etwas purer sein musste, weniger Institution. Er und Wakima waren verheiratet, aber darauf kam es nicht an. Die Ehe war etwas Heiliges vor Gott, ein Versprechen, ein heiliger Bund. Durch Brother Obi und Wakima fand ich für mich eine Version für Ehe, die passte. Ehe war nicht der Schwur vor dem Gesetz, sondern das heilige Versprechen des Herzens.
Mein Fazit: Es kommt nicht auf den Trauschein an, sondern auf den heiligen Bund. Ich sage mir: Das Gefühl, dass Gott jemand in mein Leben bringt, mit dem ich mich göttlich verbunden fühle, ist eines größten Geschenke.
Ich bin froh, dass wir damals mit 15 auf dem Sofa gekuschelt haben. Ich bin dankbar und froh für all den Sex, den ich in meinem Leben hatte, in der Ehe und außerhalb der Ehe, dankbar für all die Berührung, all das Oxytocin, das Liebeshormon. All die tiefen spirituellen und nicht-spirituellen Orgasmen haben meinen Körper zum Tempel gemacht, ihn gesund erhalten und fit.
Wenn der Körper nicht das Zentrum der Sünde ist. Was ist dann Sünde?
“Bitte und dir wird gegeben.” Das ist mein Lieblingsspruch in der ganzen Bibel. Hier finde ich alle Antworten. Antworten die nicht aus meinem beschränkten Repertoire kommen, sondern direkt von der Quelle. Frisch, wie die Frühstücksbrötchen oder das jamaikanische Quellwasser, das Leroy besorgt hat.
Gott hat mir heute Morgen eine neue Spur gezeigt zum Thema “Fleisch” und “Sünde”: Philipper 3,3.
Da schreibt Paulus: „Wir vertrauen nicht auf das Fleisch. Wenn jemand meint, das Fleisch wäre das Wichtigste in seinem Leben, dann bin ich wohl das krasseste Beispiel.”
Dann zählt Paulus alles auf, wo er sich in seinen Augen dem Fleisch hingegeben hat. Sex kommt dabei überhaupt nicht vor. Dem Fleisch zu vertrauen bedeutet, den weltlichen Gesetzen zu folgen, die so tun als wären sie Geist, aber nichts mit dem puren Licht und der puren Schwingung von Jesus Christus zu tun haben.
Hier ist die Sünden-Liste von Apostel Paulus:
“Am achten Tag beschnitten, aus dem Volk Israel, vom Stamm Benjamin, ein Hebräer von Hebräern; dem Gesetz nach ein Pharisäer, Verfolger der Christen-Gemeinde, untadelig nach den Gesetzen der Juden.”
Philipper 4-5
Ja, Paulus hat Christen ermordet, weil er glaubte, dadurch ein perfekter Diener Gottes zu sein. Er hat sich an alle Gesetze gehalten. Er hielt sich für perfekt. Das meint er, wenn er davon schreibt, dass es Bullshit ist, dem Fleisch zu vertrauen. Dem Fleisch vertrauen bedeutet Musterschüler zu sein, Musterbürger zu sein, mit der Menschencrowd mitzulaufen, sich beliebt zu machen, sich anzupassen, Applaus einholen und große Aufträge zu bekommen. Paulus war derart Musterbürger, dass er sich beliebt machte, indem er systematisch und fanatisch Christen killte.
Das alles ging gut, bis zu dem Moment, wo er Jesus begegnete und wo Jesus ihm zeigte, was er mit dem ganz konkreten Fleisch von Paulus anstellen konnte. Jesus schickte eine seiner energetischen Lichtbomben. Die warf Paulus zu Boden wie ein multipler Kinnhaken. Jesus machte Paulus klar, dass Paulus ein kleines Licht war, und dass egal, wie viele Christen er umbrachte, das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein war.
Nachdem Paulus sprachlos am Boden lag, stellte Jesus ihm eine seiner typischen, ganz einfachen Fragen, die einen anderen Menschen aus einem macht.
„Warum verfolgst du mich?“ Fragte Jesus
Als Paulus fragte, wer da spricht, kam die Antwort:
„Ich bin Jesus, den du verfolgst.“
Apostelgeschichte 9,4–5
Nachdem Paulus die Antwort gehört hatte, wurde er von einem Moment auf den anderen blind und konnte nichts, aber auch gar nichts dagegen tun. Christen umzubringen und Musterschüler zu sein, half ihm jetzt gar nichts mehr. Paulus war einer höheren Frequenz begegnet. Die Frequenz, in der Paulus vorher unterwegs war, war vergleichsweise schwach. Christus hatte Paulus ganz deutlich vor Augen geführt, dass er die überlegene Technik besaß. Schwert gegen Atombombe. Der Feind war überlegen. Paulus verstand intuitiv, was passieren würde, wenn er weiterhin mit seinem alten Fleisch unterwegs war.
Das Fleisch und die Sünde, das ist nicht unser Körper, sondern unser Mindset. Das Mindest von sich anpassen, die Spielregeln mitspielen, um ein anerkanntes Mitglied einer Gesellschaft zu sein, die geistlos ist – und energetisch in die Knie geht, sobald echter Geist in Erscheinung tritt.
„O du ungläubige und verkehrte Generation! Ohne Vertrauen und ohne Verständnis! Wie lange muss ich euch noch ertragen?“ Matthäus 17,17
Der Geist von Christus nimmt uns mit, als Außenseiter, als gesellschaftliche Rebellen dem gesellschaftlich angepassten “Fleisch” zu entsagen. Das Ego zurückzulassen und in der höheren Schwingung des Glaubens zu leben. Sünde ist das, was Lisa passiert war, was mir passiert und vielen anderen: Liebe zu suchen durch Leistung und Anpassung, sich selbst aufzugeben und mitzulaufen in der Crowd. Das ist die Sünde, von der uns niemand erzählt. Stattdessen wird auf dem Nebenschauplatz gedreht, wo es um Lust auf Körper, Sex und Nähe geht. Ist leichter zu verkaufen und verspricht ewiges, spannendes Drama.
Nachdem Paul Jesus Christus begegnet war, ließ er das alte Fleisch hinter sich und zog aus, Juden, Griechen, Heiden und Römer – schlicht die ganze Welt vom “Fleisch” zu befreien. Ihnen mit Einsatz seines Lebens das Licht näher zu bringen, das er selbst gesehen hatte. Und dabei andere mitzureißen:
„Mir ist die Gnade gegeben, unter den Heiden und allen Menschen den unausforschlichen Reichtum Christi zu verkündigen.“
Epheser 3,8
„… um ihnen die Augen zu öffnen, damit sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Macht des Satans zu Gott, damit sie Vergebung der Sünden empfangen und ein Erbe unter denen, die durch den Glauben geheiligt sind.“
Apostelgeschichte 26,18
Der energetische Kinnhaken von Jesus, als Paulus auf dem Weg war, die nächsten Christen zu ermorden, hat noch etwas anderes bei ihm bewirkt. Zuvor war Paulus gesetzestreu. Er wusste, was richtig und was falsch ist. Er hatte Kontrolle. Er hatte Sicherheit. Wenn er die Gesetze befolgte, war er ein guter, gläubiger Mensch. Er hatte “Fleisch”.
Nach seiner Begegnung mit dem Licht von Jesus war das für Paulus nicht mehr so klar. Nachdem er mit Jesus ging, gab es keine Gesetze mehr, es gab keine Sicherheit mehr, es gab keine Kontrolle mehr. Stattdessen gab es Hunger, Gefängnis und Hingabe.
Und dennoch ist es keine Übertreibung zu sagen, dass Paulus ein über alle Maßen erfolgreicher Mensch war. Er ist einer der erfolgreichsten Autoren der Welt. Etwa ein Drittel des Neuen Testaments wurden von Paulus geschrieben. Seine Texte werden auch 2.000 Jahren später noch von Milliarden von Menschen gelesen. Und das, obwohl der Autor das, wovon er schreibt, nie mit eigenen Augen gesehen hat.
Paulus hat die ersten christlichen Gemeinden aufgebaut, und dabei ein Gemeinschaftskonzept entwickelt, das interkulturell übertragbar ist und bis heute ein weltweites Vorbild. Und das, obwohl er keinen offiziellen Titel hatte, kein Amt, keinen weltlichen Auftrag, obwohl er kein reicher Mann war und nicht unter den Reichen und Einflussreichen verkehrte.
Paulus war ein respektierter Anführer, der Menschen aus allen Kulturen überzeugen konnte. Und das mit einer unvorstellbar neuen und riesigen Vision. Einer Vision, die ihnen kein Geld und keine sexy Frauen versprach. Und für die er keine wissenschaftlichen Beweise hatte. Er hat den Glauben nach Rom getragen, von wo er sich im mächtigsten Reich der damaligen Zeit weiter ausbreitete und von dort aus in Europa und der ganzen Welt. Unvorstellbarer Erfolg, der Milliarden von Menschen 2.000 Jahre später noch inspiriert.
Was war das Erfolgsgeheimnis von Paulus?
Lies selbst. Was glaubst du, war sein Geheimnis?
“Es ist nicht so, dass ich 100 % angekommen bin oder perfekt bin, aber ich bleibe dran. Das zu werden für das Jesus Christus mich hält, das in mir zu sehen, das Er in mir sieht. Ich rühme mich nicht mit dem, was ich schon erreicht habe, aber eins, das tue ich. Ich vergesse das, was hinter mir liegt, und schaue auf das, was vor mir liegt. Ich richte alles aus auf das Ziel, um diesen göttlichen Ruf zu erfüllen und auf dem Weg dahin lässt Gott uns wissen, was noch fehlt. Lasst uns den gemeinsamen Weg gehen. Lass uns im gleichen Geist gehen.”
Philipper 3,12–16
Im nächsten Kapitel möchte ich dir von Marianne erzählen, die ein spirituelles Erlebnis hatte, das alle erstaunt hat. Durch dieses Erlebnis von Marianne konnten alle, die davon gehört haben, verstehen, was es bedeutet, den Körper nicht als Ort der Sünde zu sehen, sondern als Tempel, als den Ort an dem echter Glauben Wunder bewirkt.
Weitere Kapitel
Kapitel 19: Fleisch giert nach Fleisch – Sünde nach Sünde
Ich.Glaube.Das.
Kapitel 18: Gott hat Humor
Ich.Glaube.Das.
Kapitel 17: Noch tiefer glauben – geht das?
Ich.Glaube.Das.
Kapitel 16: Warum konnte der Superheiler Jesus sich nicht selbst helfen als er am Kreuz hing?
Ich.Glaube.Das.
Kapitel 15: Gott spricht mit uns – aber hören wir hin?
Ich.Glaube.Das.
Kapitel 14: Ich bin eine Kriegerin – aber will ich gewinnen?
Ich.Glaube.Das.