Kapitel 10: Warum sprechen wir nicht über unseren Glauben?.
Ich.Glaube.Das.

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Kapitel 8: Die Begegnung mit Gott war anrüchig wie verbotener Sex
Ich.Glaube.Das.

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Die meisten Menschen halten es für verrückt, zu glauben, dass ein unsichtbarer Gott, Einfluss hat.

Wie geht es dir?

Gibt es Segen in deinem Leben und entsteht daraus etwas Fruchtbares? Schreib es auf.

Gibt es eine Wahrheit, die dir eben bewusst wurde? Bist du bereit, sie aufzuschreiben?

Ich.Glaube.Das.

Glauben macht dich unendlich viel erfolgreicher als Unglauben.

Erlebe mit, wie das Buch entsteht. Schau mir über die Schulter. Erlebe, wie dein Glauben stark wird und dein Leben erfolgreich.

Werde Teil des Buches. Ich freue mich über deine Kommentare und dein Feedback.

Ich.Glaube.Das

Eine Heldenreise in den Reichtum und ins Glück.
“Das Unmögliche ist möglich. Es ist sogar viel eher möglich als das, was wir für möglich halten.” Ulrike Dietmann

Ich möchte mit dir noch einen Schritt weiter gehen, noch einen Schritt tiefer schauen in ein Geheimnis des Glaubens, das die meisten Menschen nicht kennen.
Wenn ich Glauben mit Erfolg verknüpfe, begebe ich mich auf einen gefährlichen Pfad. Für Menschen, die in einer Leistungskultur leben, passiert es sehr leicht, dass wir den Glauben als Leistung sehen. Wir glauben, wir könnten Gottes Hilfe bekommen, wenn wir nur genügend beten, die Bibel lesen oder in die Kirche gehen. Wir glauben, dass unser äußerer Erfolg ein Beweis ist für unsere Glaubenskraft.

Du hast sicher schon gemerkt, dass es in meinem Buch um eine andere Art von Erfolg geht. Um einen Erfolg, in dem die Liebe die größte Macht ist. Ich möchte dich in dieses tiefere Geheimnis mitnehmen, damit du nicht in die Falle tappst, wo dein Glauben zu einem Leistungsprogramm wird. Dazu möchte ich dir von Lisa erzählen.

Lisa

Lisa war ein ungewöhnlich begabtes Mädchen. Sie war Klassenbeste, der Liebling der Lehrer und der Liebling ihrer Mutter. Lisa war nicht nur erfolgreich in der Schule, sondern sie sang und tanzte auch. Was auch immer Lisa anfasste, wurde zu Gold.
Lisa machte Karriere im Controlling einer Unternehmensberatung. Mit 31 heiratete sie ihre große Liebe Hendrik, einen begabten Arzt. Sie bekamen zwei Kinder.
Lisa war 45 Jahre alt, als ihre Tochter Aline bettelte und bettelte – um ein Pferd. Lisa erfüllte ihrer Tochter den Wunsch, auch wenn weder Lisa noch Aline Erfahrung mit Pferden hatten, aber Lisa war sicher, dass sie auch diese Herausforderung problemlos meistern würde.

Es kam anders.

Das Pferd, ein spanischer Wallach, war stur. Er bockte, er biss und wurde bald zu einem Alptraum. Lisa engagierte die besten Pferdetrainer, aber selbst erfahrene Trainer warfen früher oder später das Handtuch.
Zum ersten Mal in ihrem Leben hatte Lisa keine Lösung mehr. Lisas Mann beschwor Lisa, das Pferd zu verkaufen. Er hatte Angst um das Leben seiner Frau und Tochter. Aber Aufgeben war für Lisa keine Option.

Eines Tages riss sich das Pferd los und raste auf eine befahrene Straße. Um ein Haar entstand eine Massen-Caramboulage. Lisa bekam Angst.
Zum ersten Mal in ihrem Leben hatte Lisa nicht nur keine Lösung mehr, sondern sie erlebte echte Ohnmacht. Ihr Körper begann zu zittern, wenn sie nur in die Nähe dieses Pferdes kam. Es wurde jeden Tag schlimmer.
Das Pferd gewöhnte sich an, zu steigen, wenn Lisa es zusammen mit ihrer Tochter von der Weide holte. Mehrmals erlebte Lisa, wie die Hufe des Pferdes knapp an ihrem Kopf vorbei flogen. Es war sehr gefährlich geworden.

Lisa suchte nach erfahrenen Trainern und fand schließlich einen ehrgeizigen jungen Mann, der bereit war, es mit dem Pferd aufzunehmen. Als Lisa sah, wie der Trainer versuchte, das Pferd mit Gewalt zu unterwerfen, wie er das Pferd anbrüllte und sogar schlug, wurde sie sehr wütend. So wütend wie noch nie in ihrem Leben. Sie feuerte den Trainer noch am selben Tag.

Am Abend brach sie vor Erschöpfung zusammen und ein nicht endender Strom von Tränen brachen aus ihr heraus. Sie war noch nie im Leben so ohnmächtig gewesen und sie hatte noch nie im Leben so viel geweint. Nach einer Weile merkte sie, dass sie nicht nur wegen des Pferdes weinte, sondern dass der Schmerz ihres ganzen Lebens aus ihr herausbrach. Jedes Mal, wenn sie die Zähne zusammen gebissen hatte und weiter gemacht hatte, obwohl sie müde und erschöpft war, obwohl sie Angst hatte, hatte sie diese Tränen weg gedrückt.

Jetzt war die Schleuse offen.

Lisa hatte keine Kraft mehr, die Zähne zusammen zu beißen.
Warum habe ich mich immer so angestrengt, fragte sie sich? Warum setze ich mich so einem gefährlichen Pferd aus? Ihre Antwort war: Ich darf nicht scheitern.

Ich bin süchtig nach Anerkennung.

Lisa fiel in eine große Leere. Egal, was in meinem Leben Hartes passiert, sagte sie sich, ich mache immer weiter. Ich kenne nur diesen einen Weg. Aber der funktioniert nicht mehr. Er hat noch nie funktionieret. Egal, wie sehr ich mich angestrengt habe, es war nie genug. Ich hatte immer das Gefühl, es ist nicht genug. Alles erschien ihr plötzlich sinnlos. Es gab keinen Ausweg. Nicht nur mit dem Pferd, sondern auch mit ihrem Leben.

Das ging so die ganze Nacht. Die Ohnmacht, die Wut, die Angst ihres ganzen Lebens überfluteten sie und sie ging darin unter. Irgendwann war die Erschöpfung so groß, dass sie nicht mehr denken und nicht mehr fühlen konnte.
In ihr war alles still.
In dieser Stille spürte sie eine Energie. Als ob jemand im Raum war. Sie konnte niemanden sehen, aber sie spürte, dass sie nicht allein war.

Und dann fühlte sie auf einmal eine Liebe, die sie nie zuvor gefühlt hatte. Sie fühlte sie in ihrem Herz. Sie legte ihre Hände auf ihr Herz und sie fühlte sie auch in ihren Händen, sie fühlte sie in ihren Beinen, in ihrem Bauch – überall in ihrem Körper. Diese Liebe erfüllte ihren ganzen Körper. Sie erfüllte nicht nur ihren Körper, sie erfüllte den ganzen Raum. Diese Liebe war so groß, dass alle Sorgen klein wurden und verschwanden. Ein großer Frieden breitete sich in ihr aus. So einen Frieden hatte Lisa noch nie gefühlt. Da war kein Druck mehr, kein “Ich muss mich durchbeißen”, “Ich darf nicht aufgeben”. Diese Liebe war einfach da.
Und plötzlich fühlte sie ganz deutlich: “Das ist Gott. Ich begegne gerade Gott.”

Am nächsten Tag ging Lisa in den Stall, und alles schien verändert. Das Pferd war ganz ruhig. Das wirklich Erstaunliche war: Auf einmal konnte sie dieselbe Liebe, die sie letzte Nacht mit Gott gefühlt hatte, bei dem Pferd spüren. “Dieses Pferd liebt mich”. Sie konnte es zwar nicht begreifen, denn es war ja ein Tier, aber sie wusste, dass sie es fühlte.

Lisa hatte eine tiefe Einsicht: Dieses Pferd war nicht bockig, es war nicht bösartig, es suchte Liebe. Es war bockig, weil es die Liebe nicht fand. Alles, was es fand, waren Methoden und Trainingsprogramme ein, die seinen Geist brechen wollten. “Ich verstehe dieses Pferd”, sagte Lisa. “Jetzt verstehe ich es. Nachdem ich dieser großen Liebe begegnet bin, verstehe ich es. Nachdem ich Gott begegnet bin, verstehe ich es.”

Einige Zeit später kam Lisa in mein Coaching. Sie erzählte mir die ganze Geschichte. Dass sie Gott begegnet war und dass sie die Liebe des Pferdes fühlte. Zuerst erschien es ihr wie die Lösung aller Probleme, aber dann merkte sie, dass dies erst der Anfang gewesen war. Danach waren andere Probleme entstanden.

“Ich liebe dieses Pferd”, sagte Lisa, “aber diese Liebe bringt nichts Gutes. Ich empfinde für dieses Pferd eine Liebe, die ich unter den Menschen nicht finde. Es macht mich traurig. Ich frage mich plötzlich, ob die Menschen mich je geliebt haben, so wie dieses Pferd. Und wenn ich mein Herz ehrlich frage, ist die Antwort Nein. Und ich schäme mich für diesen Gedanken.”
“Warum glaubst du, dass die Menschen dich nicht lieben?”, fragte ich sie. “Wenn ich auf meine Mutter schaue”, sagte Lisa, “sehe ich, dass ihre Liebe immer davon abhängt, wie erfolgreich ich bin. Sie erzählt dann ihren Freundinnen von meinem Erfolg, als wäre es ihrer. Das ist alles, was für sie zählt.
Wenn ich auf meinen Mann schaue, dann ist er glücklich, wenn auf seiner Arbeit alles gut geht. Das tut mir besonders weh, wenn ich spüre, dass ich und die Kinder an zweiter Stelle kommen. Er erwartet, dass ich funktioniere und ihm keine zusätzlichen Probleme bereite. Er hat schon genug am Hals. Er liebt mich, wenn ich alles perfekt organisiere und ihn nicht störe … Meine Kinder lieben mich, wenn ich ihnen ihre Wünsche erfülle.”
Sie hielt inne als würde der Schmerz gerade noch eine Ebene tiefer rutschen.
“Meine Fragen gehen immer tiefer”, fuhr sie fort, “ich frage mich auch, wofür ich mich liebe. Die erschreckende Antwort ist, dass ich mich nicht wirklich liebe. Ich liebe mich nur, wenn ich erfolgreich bin und perfekt. Wenn ich scheitere, dann bin ich sehr hart zu mir.”

Ich konnte die Verzweiflung von Lisa spüren. Ich wollte ihr helfen, ich suchte nach einer Bibelstelle, die ihr die Liebe Gottes offenbaren konnte. Eine Liebe, die nicht von Leistung und Perfektion abhängig war. Eine Liebe, die für jeden da war. Eine Liebe, die Gnade war.
Ich las Lisa eine Stelle aus Epheser 2,8–9 vor.

„Ihr seid gerettet aus Gnade, durch Glauben, und nicht aus eurer eigenen Kraft: Gottes Gabe ist die Quelle und nicht eure eigenen Werke.“

Ich dachte, das würde Lisa zeigen, dass Gott liebte, ohne dass man etwas leisten musste. Ich dachte, es würde sie erinnern an die Begegnung mit Gott, in der sie die Liebe gespürt hatte als sie ganz ohnmächtig war. Aber das Gegenteil passierte. Mit meinem Zitat trat ich eine Lawine los.
“Was soll das heißen?”, rief sie. “Gottes Gabe ist die Quelle und nicht eure eigenen Werke? Ist das vielleicht fair, dass man etwas bekommt, ohne dass man etwas dafür getan hat? Dass jeder alles bekommt, egal, wie viel er beigetragen hat? … Alles, was ich erreicht habe, habe ich erreicht aus eigener Kraft. Was du da vorliest, ist für wie ein Schlag ins Gesicht. Das heißt ja, dass mein Beitrag vollkommen wertlos ist, wenn alles nur Gottes Gabe ist.”
Ich konnte Lisa verstehen. Mir war es vor einiger Zeit ebenso ergangen. Das Prinzip der Gnade war mir vollkommen fremd gewesen. Es hatte lange gedauert, bis ich es verstanden hatte.
Ich merkte, dass ich mit Lisa nicht darüber diskutieren konnte. Ich fragte mich: Wie konnte ich es ihr auf einem anderen Weg nahe bringen?
“Wie geht es mit eurem Pferd?”, fragte ich. “Du hast gesagt, du liebst dieses Pferd. Ist es immer noch so gefährlich?”
Lisa seufzte.
“Meine Tochter kommt wunderbar klar mit unserem Pferd. Ich weiß nicht, warum. Sie hat etwas gefunden, das ich nicht verstehe. Ich habe es aufgegeben. Ich glaube, das Pferd mag mich nicht. Ich bin traurig, weil dieses Pferd mich von meiner Tochter entzweit. Ich spüre, dass meine Tochter kein wirkliches Vertrauen mehr zu mir hat. Sie verschwindet in ihre eigene Welt und ich spüre diese Kälte, die von ihr kommt. Das tut mir sehr weh.”

Ich konnte den Schmerz von Lisa spüren. Sie hatte das Pferd gekauft, um ihrer Tochter einen Wunsch zu erfüllen – und jetzt führte es dazu, dass sie ihrer Tochter fremd geworden war. Eine schmerzvolle Stille breitete sich aus. Nach einer Weile fuhr Lisa fort.

“Mein Mann ist in seiner Arbeit untergetaucht … Ich bin wütend. Wütend auf meine Tochter, weil sie mich so missachtet, obwohl ich ihr ein perfektes Leben biete. Wütend auf meinen Mann, weil er mich ignoriert, obwohl ich so viel für ihn tue, ihm den Rücken stärke und er jetzt zum Chefarzt befördert wurde. Wütend auf meine Mutter, weil sie jetzt überall erzählt, dass mein Mann Chefarzt ist. Ich bin nicht mehr wichtig. Ich bin nur noch Erfüllungsgehilfin für alle anderen. Ich koche, putze, räume auf, kaufe ein, fahre meine Tochter zum Stall …” Wahrscheinlich werde ich bald von einem Roboter ersetzt. Dann wird niemandem auffallen, dass ich überhaupt noch da bin. Dann sagte sie:

“Wo ist da die berühmte göttliche Gnade?”

Wieder eine kleine Übung für dich

Ich frage dich, liebe Leserin, lieber Leser. Wie fühlt es sich für dich an, Lisas Geschichte zu lesen? Was würdest du Lisa antworten auf die Frage: “Wo ist da die berühmte göttliche Gnade?”
Verstehst du ihre Gefühle?

Schreib es auf.

Wie ist für dich die Vorstellung, dass die Dinge als Geschenk zu dir kommen und nicht aus eigener Leistung?

Schreib es auf.

Ich hatte keine Antwort für Lisa. Ich machte noch einige Versuche, aber egal, welche Argumente ich hervor brachte, ich erreichte Lisa nicht.

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