Kapitel 10: Warum sprechen wir nicht über unseren Glauben?.
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Kapitel 8: Die Begegnung mit Gott war anrüchig wie verbotener Sex
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Kapitel 6: Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte
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Die meisten Menschen halten es für verrückt, zu glauben, dass ein unsichtbarer Gott, Einfluss hat.

Wie geht es dir?

Gibt es Segen in deinem Leben und entsteht daraus etwas Fruchtbares? Schreib es auf.

Gibt es eine Wahrheit, die dir eben bewusst wurde? Bist du bereit, sie aufzuschreiben?

Ich.Glaube.Das.

Glauben macht dich unendlich viel erfolgreicher als Unglauben.

Erlebe mit, wie das Buch entsteht. Schau mir über die Schulter. Erlebe, wie dein Glauben stark wird und dein Leben erfolgreich.

Werde Teil des Buches. Ich freue mich über deine Kommentare und dein Feedback.

Ich.Glaube.Das

Eine Heldenreise in den Reichtum und ins Glück.
“Das Unmögliche ist möglich. Es ist sogar viel eher möglich als das, was wir für möglich halten.” Ulrike Dietmann

Die Türe zu meinem alten Zuhause war zu. Das Herz meines Geliebten war zu. Mein Ruf war abgelaufen.
Kurz darauf kam ein neuer Mann in mein Leben. Er kam mit einer unbeschreiblichen Urkraft, ein Mann, der 30 Jahre jünger war als ich. Leroy. Er war einfach da und wollte mit mir zusammen sein. Innerhalb von zwei Wochen zogen wir in eine gemeinsame Wohnung. Ein neues Zuhause – und ein neuer Ruf?

Leroy und ich leben jetzt fast ein Jahr zusammen. Wir haben gemeinsam den Hurrikan Melissa, der Jamaika verwüstete, überstanden. Ich habe Leroys riesige Familie kennen gelernt, die in den Bergen von Jamaika lebt. Menschen, die sehr ursprünglich leben, in tiefer Verbindung mit der Natur.
Leroy hat auch meine Familie kennen gelernt. Wir waren zusammen in Deutschland, haben mit meiner Familie Weihnachten gefeiert und haben in Paris gemeinsam den Eiffelturm bestiegen. Es war das erste Mal, dass Leroy seine karibische Heimat verließ. Er lernte den Winter kennen, die vielspurigen Autobahnen und die Shopping-Zentren.

An Silvester waren wir auf dem Montmartre, um das Feuerwerk über Paris zu erleben.

In dieser Sylvesternacht hatte die Verrücktheit Gottes eine weitere Überraschung für mich bereit. Leroy und ich waren die Treppen des Montmartre hinaufgestiegen. Wir wollten uns nur kurz hinsetzen in der Sacré-Cœur, der phantasievollen Kirche, die auf dem Berg thront und über ganz Paris zu schweben scheint in ihrer weißen Anmut. Im Sacre Coeur, im Heiligen Herz, setzten wir uns nieder auf einer der Bänke und spürten die Stille des heiligen Raumes. Vorne im Kuppelgewölbe über dem Altar schwebte ein riesiges Bild von Jesus mit ausgebreiteten Armen.
“Lass uns nach vorn gehen” sagte Leroy und nahm meine Hand. Wir ließen uns nieder in der ersten Reihe, direkt vor dem Altar. Wir wollten dieser einladenden Energie von Jesus ganz nahe sein. Seine Präsenz füllte den Raum und füllte mein Herz. Ich spürte, wie es klopfte. Wie Jesus in mir lebendig wurde.

Nach einer Weile sagte ich zu Leroy: “Lass uns gehen.” Er antwortete: “Noch ein bisschen.” Ich sah, dass er in eine tiefe Versenkung geraten war.
Wir bemerkten nicht, wie in unserem Rücken immer mehr Menschen in die Kirche drängten. Irgendwann drehte ich mich um und konnte es nicht glauben: Die Kirche, die fast leer gewesen war, war jetzt bis zum Rand gefüllt mit Gläubigen. Ich stieß Leroy sanft an, er drehte sich um und war genauso erstaunt. Es wäre der Moment gewesen, aufzustehen und zu gehen. Da sahen wir dass der Mittelgang, der aus der Kirche hinaus geführt hätte, blockiert war.

Eine Prozession von Priestern in bodenlangen weißen Roben, Ministranten, die Weihrauchkelche schwangen und ein Kreuz trugen bewegte sich durch das Meer der Gläubigen hindurch nach vorn in den Altarraum. Der Rauch des Weihrauch breitete sich im Kirchenraum aus.
Uns wurde klar, dass wir jetzt nicht mehr so einfach die Kirche verlassen konnten, ohne den heiligen Raum zu stören.

Die Messe nahm ihren Lauf. Ich ging davon aus, dass die Messe bis Mitternacht vorbei sein würde und wir um Mitternacht das Feuerwerk sehen konnten. Darum waren wir hier her gekommen, nicht für einen katholischen Gottesdienst.

Die Zeit verstrich. Kurz vor Mitternacht war die Messe immer noch in vollem Gang. Ich sah, dass auf dem Programmblatt, das ausgeteilt worden war, noch zwei Programmpunkte, Gebete und Gesang standen.

Um Punkt Mitternacht hielt der Priester inne. Eine Stille füllte den Raum, die bis in die Ewigkeit zu reichen schien. Sie stieg auf aus den Herzen der über Tausend Menschen, die da waren. Gleichzeitig ging draußen über Paris das Feuerwerk los. Wir hörten das Knallen hinter den dicken Mauern aus weiter Ferne. Die Menschen in der Kirche hatten einen Raum der Stille kreiert, der ein Bollwerk bildete gegen den Lärm.
Als die Messe schließlich vorbei war, und die Menschen aus der Kirche strömten war auch das Feuerwerk vorbei. Unser Plan hatte sich nicht erfüllt. Wir hatten eine andere Art Feuerwerk erlebt. Jesus wollte uns in der Sylvesternacht bei sich haben.
Mein neuer Ruf war angekommen.

Gott hatte mir gezeigt, dass niemand etwas falsch gemacht hatte in meiner Beziehung, die sieben Jahre gedauert hatte. Es gab einen Ruf, der gelebt wurde und dann zu Ende ging. Die Liebe ging dabei nicht verloren. Sie ist größer als die menschlichen Herzen.

Mein Herz blieb vollkommen leer.

In dieser Kirche, in dieser Sylvesternacht passierte noch etwas anderes. Die Predigt ging um Maria, die Mutter von Jesus. Die Predigt war auf Französisch, ich konnte die Worte verstehen. Ich hörte, was ich schon immer gehört hatte über Maria. Maria ist die Stille, die im Hintergrund bleibt und dient. Die alles in ihrem Herzen bewegt. Die zuschaut und schweigt. Die keinen Einfluss nimmt, die keine Führungsrolle übernimmt. Die in zweiter Reihe steht.

Dieses Bild der Madonna wurde von den durchweg männlichen Personen auf der Bühne heraufbeschworen mit Gesängen, Gebeten und Weihrauch. Die Gemeinde der Gläubigen nahm diese Maria in sich auf. Ich konnte die Zartheit der Maria fühlen im Singen der Tausend Menschen, ich konnte die Hingabe spüren und die Stille. Aber mein Herz blieb vollkommen leer. Mein Herz fühlte anders als die Herzen der Menschen hier.

Eine große Einsamkeit überfiel mich. Die Einsamkeit, die ich schon mein ganzes Leben lang gekannt hatte. Die schon mein ganzes Leben lang schmerzte. Ich war anders. Ich fühlte anders. Ich war nicht diese Maria.

Mein Herz blieb vollkommen leer als ich von dieser Maria hörte. Ich konnte mich in ihr nicht wiederfinden. Ich war keine gesichtslose Dienende.

Ich bin eine Dienende. Ja, das bin ich. Aber ich bin nicht gesichtslos. Ich bin jemand. Ich bin ein Mensch, der ein eigenes Leben hat. Ich spürte, wie neben der Einsamkeit ein anderes gut bekanntes Gefühl sich in mir ausbreitete: Heiliger Zorn. Ich bin keine Frau, die unsichtbar bleibt. Ich habe eine eigene Geschichte, die ich nicht ablege, wenn ich mit Gott spreche. Im Gegenteil, Gott bringt dieses Eigene, das ich bin, in mir hervor. Mit Gottes Verrücktheit wird mein Leben zu einem Geheimnis. Gottes Verrücktheit bringt eine Liebe in mir hervor, die größer ist als jeder Schmerz.

Ich saß hier, in dieser wunderschönen Kirche, über mir der riesige Jesus mit den ausgebreiteten Armen. Ich lauschte den Worten des Priesters und dachte:
Wir Frauen sollten jetzt ein eigenes Testament schreiben. Mit eigenen Worten, mit eigenen Geschichten. Ich dachte, an die vielen Frauen, die ich kannte aus meiner Arbeit mit den Tieren. Tief spirituelle Frauen, einzigartige starke Frauen, liebende Frauen, die etwas bewegten.

Ich dachte, wir Frauen verbergen uns nicht mehr. Wir sind nicht mehr still. Wir schauen nicht mehr nur zu und bewegen alles in unserem Herzen. Wir bewegen mit unseren Herzen unsere Welt.

Während die Messe mein Herz kalt ließ, während die tiefe Einsamkeit in mir aufstieg – und der heilige Zorn – konnte ich mehr und Jesus fühlen. Jesus, der mit ausgebreiteten Armen über mir schwebte. Jesus hatte schon vor 2000 Jahren den Zugang zum Himmelreich für alle Menschen geöffnet:

„Weder Jude noch Grieche, weder Sklave noch Freier, weder männlich noch weiblich; ihr seid alle eins in Christus Jesus.“
(Galater 3,28 Lutherbibel)


Jesus hatte den Glauben von allen Gesetzen und Vorschriften befreit. Nicht nur die beschnittenen Juden haben den Zugang zu Gott, nicht nur Männer, die einem bestimmten Volk angehörten und ein bestimmtes Ritual, die Beschneidung, durchlebt hatten, gehörten den Auserwählten an. Der Glaube war kein exklusiver Club, durch den nur Ausgewählte Zugang hatten. Wo Frauen nur Zuschauer und Dienende am Rande waren.

Wir alle sind auserwählt, wir alle sind Kinder Gottes. Der Glaube, der aus Liebe handelt, ist das einzig Wichtige.

Denn in Christo Jesu gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist. (Galater 5:6, Luther 1912)


In der Liebe dürfen wir sein, wer wir sind. Wir werden geliebt als die, die wir sind. Wir müssen keine vorgegebene Identität erfüllen. Wir müssen keine Regeln und Vorschriften einhalten, die für uns keinen Sinn machen. Wir sind frei.

Paulus warnt uns sogar davor, den Glauben durch Leistung oder die Erfüllung von Gesetzen zu erreichen. Wenn man das tut, verliert man die Gnade Gottes.
“Ihr seid ab von Christus, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid aus der Gnade gefallen.” (Galater 5:4, Luther 1912)
Während ich die pure Gegenwart von Jesus fühlte, verstand ich, dass damit nicht nur Gesetze gemeint waren, sondern auch eine bestimmte Art, sich zu verhalten, zu fühlen oder zu denken.
Jesus hatte all das beendet. Es gibt keine Regeln mehr, keine Eintrittskarte. Die ganze Schöpfung ist Liebe und Glauben. Das Tor zum Garten Eden steht wieder offen. Ein neuer Mensch ist da. Er ist nicht mehr getrennt von Gott. Er muss keine Regeln erfüllen.
Wir alle sind Kinder Gottes. Söhne und Töchter. Gott ist in uns. Und wir in ihm. Von dort aus ist alles möglich.
Ohne diese pure Verbindung, ohne diese pure Liebe, sagt Jesus, ist nichts möglich.
Jesus drückt das so aus: “Ohne mich könnt ihr nichts tun.”
Ohne den Glauben, ohne die Liebe können wir nichts tun. Ohne Jesus können wir nichts tun. Er ist der Mensch. Er ist unser ursprüngliches, liebendes Menschsein. Wenn wir wieder zu ursprünglichen Menschen werden, können wir alles tun.

Das war es, was Jesus mir offenbarte in dieser Silvesternacht. Durch seine riesige Präsenz. Durch das riesige Bild, das über dem Altarraum schwebte.
Meine Einsamkeit hatte sich verwandelt in pure Liebe. Zu mir selbst. Zu Jesus, zu den Menschen. Ich konnte die Menschen fühlen, mit denen ich den Heiligen Raum der Sacre Coeur teilte. Sie hatten sicher ihre eigenen Gespräche mit Gott oder Jesus. Ich durfte eine von ihnen sein, auch wenn ich anders fühlte. Wir alle fühlten anders als andere und wurden dafür geliebt.

Mein Leben lang hatte ich den Glauben gesucht und hatte mich fremd gefühlt in den traditionellen christlichen Gottesdiensten. Jetzt sagte mir Jesus: “Du musst dich nicht länger bemühen. Du hast mich schon gefunden. Ich bin hier.”

Ein tiefer Frieden erfüllte mich. Mein neuer Ruf war es, ein neues Testament zu schreiben, ein Zeugnis des Glaubens für unsere Zeit. Es nicht nur zu schreiben, sondern es auch zu leben und andere zu inspirieren, ihren eigenen Glauben zu finden, ihre eigene Liebe.

Es passierte noch etwas anderes in dieser Sylvesternacht, das eine tiefe Angst in mir berührte – und mich schließlich in eine tiefe Liebe führte. Es hatte mit Leroy zu tun.

Übungsteil

Meine Frage an dich ist: Wo ist dein Ruf gerade?
Beginnt er?
Ist er in voller Entfaltung?
Endet er gerade?

Schreibe etwas auf über deinen Ruf, auch wenn du gar keinen Ruf fühlst. Die Worte, die du schreibst, laden deinen Ruf ein in dein Leben. Bitte und dir wird gegeben.

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