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Juni 2020

Hat mein Pferd ein Trauma? – Was tun?

Hat mein Pferd ein Trauma - Was tun

Sonntag, 21.06. um 19 Uhr spreche ich Live über das Thema: Hat mein Pferd ein Trauma? – Was tun?

Wenn ein Pferd trotz Einfühlung und achtsamem Umgang sich immer wieder unberechenbar verhält, dann steckt möglicherweise ein Trauma dahinter.

Oft versuchen Menschen mit Trainingsmethoden Probleme in den Griff zu bekommen, in denen es eigentlich um ein Trauma geht. Das macht das Trauma schlimmer. Deshalb möchte ich dir zeigen, wie du das verhindern kannst.

Was ist ein Trauma und wie entsteht es?

Ein Trauma entsteht durch Überforderung. Es entsteht, wenn ein Pferd eine bestimmte Situation körperlich oder emotional nicht mehr bewältigen kann und trotzdem gezwungen wird, in der Situation zu bleiben, durch Schmerz und Unterwerfung. Das geschieht oft in der Ausbildung von Pferden. Möglicherweise hat dein Pferd ein Trauma erlitten, bevor es zu dir kam.

Wenn so eine Überforderung eintritt, geht das Pferd in einen Erstarrungsmodus, die Angst und der Überlebensinstinkt werden wie eingefroren. Äußerlich erscheint das Pferd ruhig und kooperativ, aber im Innern ist es ein Pulverfass, dass jeden Moment explodieren kann.

Ein typisches Anzeichen sind unberechenbare heftige Reaktionen aus geringem Anlass. Oder ein Problem, dass sich mit normalen Mitteln nicht lösen lässt.

Ein solches Pferd kann sehr gefährlich werden. Plötzlich buckelt es los. Plötzlich steigt es, greift an, beißt oder reißt Zäune ein.

Was kannst du tun? Ich möchte dir drei Hilfen mitgeben.

Erstens: Ziehe in Betracht, dass die unberechenbare Reaktion deines Pferdes eine Trauma-Reaktion sein könnte. Wie erkennst du das? Durch genaues Hinsehen, Hinfühlen, Wahrnehmen. Frage dich: Warum reagiert es plötzlich anders als gewohnt? Was ist der Auslöser?

Zweitens: Mache nicht den Fehler, das Pferd zu bestrafen, mit noch schärferen Dominanzmitteln zu arbeiten oder noch mehr Kontrolle auszuüben. Finde erst die Ursache seines Verhaltens heraus. Sonst verstärkt sich das Trauma nur. Viele Pferde-Menschen reagieren mit Härte, aus Angst vor dem unberechenbaren Pferd. Suche besser nach einer Lösung, die keinen Druck und Zwang braucht, dann kann sich das Trauma auflösen.

Drittens: Sei neugierig und offen. Gib Deinem Pferd zu verstehen, dass du es verstehen möchtest, anstatt dein Verhalten kontrollieren und beseitigen zu wollen. Beobachte vor allem kleine Details, die anzeigen, dass das Pferd überfordert ist. Du erkennst es daran, dass es sich nicht auf die Situation, auf dich oder auf die Aufgabe konzentrieren kann, sondern wie abwesend wirkt. Beobachte, wo das Pferd Grenzen setzt und respektiere diese Grenzen. Dann kann das Trauma heilen. Es heilt durch offene Wahrnehmung und durch das Respektieren der Grenzen.

Am Sonntag bei meinem kostenlosen Facebook LIVE Vortrag erzähle ich dir von traumatisierten Pferden, deren Heilung ich erlebt habe. Hier findest du den Vortrag: www.facebook.com/u.dietmann/

Für alle, die den Prozess der Trauma-Heilung in der persönlichen Arbeit mit mir in Video-Konferenzen und mit Lernmaterial kennenlernen wollen, biete ich vom 6.7. – 2.8. einen Online-Kurs mit maximal 10 Plätzen an. Infos findest du hier: www.herzverbindungzupferden.de

Liebe Grüße mit Pferdespirit

Ulrike


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